Viele Unternehmen machen die Keyword-Recherche einmal – beim Start der Website – und danach nie wieder. Dabei ändert sich die Nachfrage ständig: neue Begriffe tauchen auf, saisonale Suchen kommen und gehen, und die eigene Website erscheint mit der Zeit für Suchanfragen, an die beim Start niemand gedacht hat. Eine automatisierte Keyword-Recherche hält diese Liste aktuell, und zwar weitgehend mit kostenlosen Daten.
Woher die Daten kommen
Google Search Console
Die wichtigste Quelle sind Ihre eigenen Daten. Die Search Console zeigt, für welche Suchanfragen Ihre Seiten bereits erscheinen, wie oft sie angezeigt und angeklickt werden und auf welcher Position sie im Durchschnitt stehen. Diese Daten sind echt, aktuell und kostenlos – sie zeigen allerdings nur Suchanfragen, bei denen Ihre Website schon sichtbar ist.
Keyword-Planer von Google Ads
Für neue Themen liefert der Keyword-Planer Schätzungen zum Suchvolumen. Dafür ist ein Google-Ads-Konto nötig, eine laufende Kampagne aber nicht. Ohne Werbeausgaben zeigt der Planer oft nur grobe Bereiche statt genauer Zahlen – für die Einordnung reicht das meistens.
Google Trends
Google Trends zeigt keine absoluten Zahlen, sondern die relative Entwicklung eines Begriffs über die Zeit. Damit erkennen Sie, ob ein Thema wächst, schrumpft oder jedes Jahr zur gleichen Zeit gefragt ist.
Ein Hinweis zur Vorsicht: Suchergebnisse von Google automatisch auszulesen, verstößt gegen die Nutzungsbedingungen. Nutzen Sie für die Automatisierung die offiziellen Schnittstellen und Exporte.
Schritt 1: Suchanfragen sammeln und bereinigen
Rohdaten enthalten viele Schreibvarianten desselben Begriffs. Bevor Sie zählen und vergleichen, sollten Sie die Suchanfragen vereinheitlichen:
- Groß- und Kleinschreibung angleichen.
- Schreibweisen mit Umlauten und ihre Umschreibungen zusammenführen, etwa „größe“ und „groesse“.
- „ß“ und „ss“ als gleiche Suchanfrage behandeln: „Straße“ und „Strasse“ meinen dasselbe.
- Tippfehler beim eigenen Markennamen der Marke zuordnen, statt sie als neue Themen zu zählen.
- Offensichtlich fremde oder unpassende Suchanfragen aussortieren.
Schritt 2: Nach Thema und Suchabsicht gruppieren
Einzelne Suchanfragen sind zu kleinteilig für Entscheidungen. Fassen Sie sie zu Themen zusammen und ordnen Sie jedem Thema eine Suchabsicht zu: Möchte jemand etwas wissen, etwas vergleichen, etwas kaufen oder einen Anbieter in der Nähe finden? Die Suchabsicht entscheidet, welche Art von Seite passt – ein Ratgeber, eine Vergleichsseite oder eine Leistungsseite.
Schritt 3: Jedem Thema eine Zielseite zuordnen
Für jedes Thema sollte genau eine Seite zuständig sein. Erscheinen zwei Seiten abwechselnd für dieselbe Suchanfrage, schwächen sie sich oft gegenseitig. Die Search Console zeigt solche Fälle, wenn Sie Suchanfragen und Seiten gemeinsam auswerten. Fehlt für ein Thema mit Nachfrage eine passende Seite, haben Sie eine Inhaltslücke gefunden.
Schritt 4: Chancen erkennen
- Seite zwei: Suchanfragen, für die Sie im Durchschnitt zwischen Position 8 und 20 stehen, lassen sich oft mit überschaubarem Aufwand verbessern.
- Viele Impressionen, wenig Klicks: Hier lohnt ein Blick auf Titel und Beschreibung – mehr dazu im Beitrag Meta-Descriptions automatisch erstellen.
- Wachsende Themen: Begriffe, deren Impressionen von Monat zu Monat steigen, verdienen frühzeitig eigene Inhalte.
Ein Beispiel aus der Praxis
Ein Onlineshop für Tierbedarf ruft jede Woche die Suchanfragen der letzten 28 Tage ab. Nach der Bereinigung bleiben rund 300 Suchbegriffe übrig, die sich zu 25 Themen zusammenfassen lassen. Für 22 Themen gibt es eine passende Seite. Drei Themen mit spürbarer Nachfrage haben keine eigene Seite – etwa Fragen zur richtigen Größe einer Hundebox. Genau diese drei Themen landen ganz oben auf der Aufgabenliste. Zwei weitere Themen zeigen ein anderes Muster: Zwei Produktseiten erscheinen abwechselnd für dieselbe Suchanfrage. Hier lautet die Aufgabe nicht „neuer Inhalt“, sondern „eine Seite als Zielseite festlegen und die andere darauf verlinken“.

Wichtig ist, dass dieser Ablauf jede Woche gleich läuft. Nur dann lässt sich erkennen, ob ein Thema wirklich wächst oder ob eine Woche einfach ungewöhnlich war.
Grenzen der Daten
Die Search Console zeigt nicht jede einzelne Suchanfrage. Seltene Suchen werden aus Datenschutzgründen ausgeblendet. Deshalb ist die Summe der Klicks aller angezeigten Suchanfragen meist kleiner als die Gesamtzahl der Klicks Ihrer Website. Für die Automatisierung heißt das: Rechnen Sie mit beiden Werten, aber vergleichen Sie sie nie direkt miteinander.
Fazit
Eine automatisierte Keyword-Recherche ist kein einmaliges Projekt, sondern ein wöchentlicher Ablauf: Daten abrufen, bereinigen, gruppieren, Zielseiten prüfen und Chancen markieren. Wie sich dieser Ablauf in die gesamte Suchmaschinenoptimierung einfügt, zeigt unser Leitfaden zum SEO automatisieren.
